Gestaltungsoptionen

Wir wünschen uns alle mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger, die Entschärfung von Gefahrenstellen und die Vermeidung von Konflikten zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern. Es ist allerdings eine Illusion zu glauben, man müsse nur auf eine Umfahrung warten, um dies zu erreichen.

Beispiel Rathausplatz

Verkehrsbelastung am Rathausplatz 2017 und 2035 (mit verschiedenen Umfahrungsvarianten) und zum Vergleich die Münchener Str. (nördlich des Töllernkreisels)

Die Grafik zeigt, dass die Verkehrsbelastung auf der B2 in der Innenstadt (am Rathausplatz) laut Verkehrsgutachten (Kurzak, 2018) mit einer Umfahrung kaum abnehmen würde (um 7,5 bzw. 12 % abhängig von der Variante). Gerade hier, auf Höhe des Rathausplatzes, sind aber die Fahrradstraßen in Nord-Süd-Richtung durch Engstellen und die Fußgängerzone unterbrochen. An dieser Stelle ist auch die Querung der B2 in Ost-West-Richtung für Radfahrer problematisch und es kommt zu Konflikten.

Im Vergleich dazu ist die Verkehrsbelastung auf der Münchener Straße nördlich des Töllernkreisels (blauer Balken) nur etwa halb so hoch. Trotzdem ist es seit Jahrzehnten nicht möglich gewesen, hier einen beidseitigen Radweg zu den Einkaufsmärkten zu bauen. Es existiert nur ein Fußweg, den Radfahrer (in beide Richtungen!) mitbenutzen sollen. Ein hohes Potential für Konflikte und Unfälle.

Hier werden die Radler im Stich gelassen

Es ist deshalb illusorisch, zu denken, man könnte die Situation für Radfahrer und Fußgänger verbessern, indem man eine Umfahrung baut. Damit eine Mobilitätswende und damit die Entlastung von Lärm und Abgasen gelingt ist ein grundsätzliches Umdenken in der Verkehrspolitik nötig.

Siehe auch: „Radverkehrskonzept für die Stadt Weilheim in Oberbayern – AG-Rad Ziele und Leitlinien“, Präsentation vom 08.09.2020, Ingenieurbüro Gevas, Seite 55 und 71